Hinweise fuer Umsteiger

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Hinweise für Umsteiger

Dieses Dokument wendet sich an Umsteiger von Windows nach GNU/Linux/Ubuntu.
Es ist am Anfang schwierig, in der fast unübersehbaren Menge an Webseiten zu diesem Thema den 'roten Faden' zu finden. Dafür soll eine 'Hilfe zur Selbsthilfe' gegeben werden.
Alle Links in diesem Text sind ausgeschrieben und nicht hinter dem Text 'versteckt'. Damit bleiben die Links im Text sichtbar, wenn dieser zur Vorbereitung der Installation ausgedruckt wird.

Bücher und das Ubuntu Wiki

Für Linux/Ubuntu gibt es viele Informationen im Internet, z.B.:

Noch besser ist es, eines der zahlreichen Ubuntu-Bücher zu kaufen.
Das hat man immer zur Hand, auch ohne PC: http://wiki.ubuntuusers.de/Bücher

Mein persönlicher Favorit unter den Büchern ist das Ubuntu GNU/Linux Buch von Marcus Fischer:
http://openbook.rheinwerk-verlag.de/ubuntu/

Vor Beginn der Installation kann man die einzelnen Schritte in den Dokumentationen durchgehen. Dabei lernt man, wie sich Linux vom bisher bekannten Windows unterscheidet.
Aktuelle Informationen über die Installation gibt es im Wiki (http://wiki.ubuntuusers.de/Ubuntu_Installation).
Da das Internet während der Installation nicht zur Verfügung steht, empfiehlt es sich, wichtige Teile der Dokumentation auszudrucken. Erfahrungsgemäß wird das bei ersten Installationsversuchen oft vergessen, so dass dann die Installation unvollständig abgebrochen werden muss, nur weil man keinen Zugriff auf die Anleitung hat.
Die Installation wird in diesem Text nicht komplett beschrieben, es werden nur Hinweise für den ersten Start gegeben.
Ubuntu ist ein Ableger der freien GNU/Linux Distribution Debian. Ob man zum Start Ubuntu oder Kubuntu auswählt, ist unerheblich. Beide Varianten sind identisch ausgestattet. Sie unterscheiden sich in der Vorauswahl der installierten Software und der graphischen Gestaltung des Desktops.

Debian ( davon ist Ubuntu abgeleitet) http://www.debian.org/index.de.html
Ubuntu http://wiki.ubuntuusers.de/Ubuntu
Kubuntu http://wiki.ubuntuusers.de/KDE


Voraussetzungen für den PC

  • mehr als 512 MB RAM,
  • ca. 10 GB Festplattenplatz
  • gute Internetanbindung (DSL, Kabel, möglichst über Router)
  • Netzwerkkarte, am Anfang möglichst kein WLAN verwenden
  • Maus, Tastatur, Monitor, CD-Laufwerk, ...


Ob der PC ubuntu-tauglich ist, lässt sich mit der Desktop-CD leicht prüfen. Startet diese problemlos, steht einer Installation nichts mehr entgegen.

Eine 'Installation' über die 'Desktop-CD' installiert Ubuntu zunächst nur im Hauptspeicher des PCs. Der PC wird dabei nicht verändert. Erst später, wenn die permanente Installation über das Icon auf dem Desktop erfolgt, erfolgen Änderungen am PC (s.u.).

Vorbereitungen im bisherigen System

Sicherung aller wichtigen Daten durchführen Liste der Partitionen und deren Größe ermitteln alle Partitionen auf Fehler überprüfen (z.B. mit 'chkdsk'), defragmentieren, Internetverbindung prüfen.

Alle Partitionen sollten jetzt in einer Liste notiert werden. In Ubuntu gibt es nicht die Laufwerksbuchstaben von Windows. Die Festplatten werden einfach nach dem Ort am Kabel zur Festplatte gekennzeichnet und gezählt.
Die Namen der Festplatten in Ubuntu sind '/dev/sd[a][1]'. Der Steckplatz am Festplattenkabel wird mit a,b,c,d bezeichnet und die Partitionen werden nummeriert, 1-4 für die primären Partitionen und ab 5 folgen die erweiterte Partitionen, wobei die erweiterte Partition eine der 4 primären Partitionen belegt.

Beim Start von Ubuntu werden diesen 'Devices' eindeutige und leicht merkbare Verzeichnisse auf der Festplatte zugeordnet. Persönliche Daten und Einstellungen befinden sich immer im Verzeichnis '/home/[username]', unabhängig davon, wie die Partitionen auf der Festplatte aufgeteilt sind.

Als Beispiel wird ein Windows-PC mit 3 Partitionen gezeigt,
eine primäre (/dev/sda1)
und zwei weitere in der erweiterten Partition (/dev/sda5 und /dev/sda6).
Der Controller ist ein IDE-Controller (sd). Die Festplatte ist die 1. Festplatte (1) am 1. Controller (a). So sieht es dann aus:

Win-XP Filesystem Ubuntu Grösse freier Platz
C: NTFS /dev/sda1 56 GByte 26 GByte
D: NTFS /dev/sda5 34 GByte1 3.9 GByte
E: NTFS /dev/sda6 100 GByte 72.1 GByte

Diese Liste ist sehr wichtig und sollte angelegt und ausgedruckt werden.
Später, während der Installation, hat man bis auf die Größe und die Lage der Partitionen keine Hinweise, welche Partition nun die C: bzw. die D:, E: ist. Eine falsche Eingabe bei der Erstellung der Partitionstabelle während der Installation kann u. U. alle Daten auf dem PC zerstören!
Das Installationsprogramm (s.u.) gibt entsprechende Hinweise aus, bevor Änderungen auf die Festplatten geschrieben werden.
Muss die Größe von vorhandenen Partitionen geändert werden, dauert das einige Zeit. Es sollte daher genügend Zeit für die Installation und den damit verbundenen Lernprozess eingeplant werden. Das Installationsprogramm ist in der Lage, Windowspartitionen ohne Datenverlust anzupassen, um Platz für Ubuntu zu schaffen.
Wenn alles reibungslos läuft und gut vorbereitet wurde, dauert die Installation circa eine halbe Stunde.

Hintergrund der Datenträgerverwaltung in Linux

Doch vorher geht es mit der 'Desktop-CD' weiter.

Start der Desktop-CD

Desktop-CD einlegen, PC neu starten.

Wenn die CD nicht mit Ubuntu startet, sondern sich ein Fenster mit dem Ubuntu CD Menü öffnet, kann folgendes vorliegen:

  • Windows hat mit Autostart nur das CD-Menü angezeigt
  • der PC bootet nicht vom CD-Laufwerk, dann im BIOS die Bootreihenfolge umstellen

Das Ubuntu CD Autostart-Menü im Windowsfenster bietet auch an, Ubuntu innerhalb von Windows zu installieren. Zum Test ist das ausreichend, zum produktiven Einsatz aber nicht zu empfehlen. Eine 'richtige' Installation ist zu bevorzugen.

Nach dem erfolgreichen Start der CD wird ein kurzes Menü mit einigen Optionen angezeigt. Mit <F2> kann man auf die gewünschte Sprache umstellen. Danach den 1. Menüpunkt auswählen und Ubuntu starten. Ubuntu führt eine Prüfung der Hardware durch und installiert sich in den Hauptspeicher des PC.

Es wird ein selbsterklärender Dialog angezeigt. Die Sprache auswählen und starten.

Wichtig:

Es werden noch keine Änderungen auf der Festplatte vorgenommen, das erfolgt erst viel später im Verlauf der eigentlichen Installation.

Nach dem Start der CD kann man bereits mit Ubuntu arbeiten und es kennen lernen. Die installierten Programme sind nur eine Vorauswahl der wichtigsten Programme. Nach der Installation auf die Festplatte ist diese Auswahl an die eigenen Wünsche beliebig anpassbar.

Will man jetzt nicht mit der Installation auf die Festplatte beginnen, kann man Ubuntu wieder herunterfahren (Button rechts oben), die CD wieder herausnehmen und den PC neu starten. Dabei wurde nichts am PC verändert. Der Test von Ubuntu mit der Desktop-CD kann beliebig oft wiederholt werden.

Installation

  • den PC mit der Desktop-CD starten (s.o.)
  • den Button 'Installation' klicken
  • alle Fragen beantworten (Uhrzeit, Name des Benutzers usw.)
  • bis zum Aufruf des Partitionierers weitergehen


Da die eigentliche Installation an vielen Stellen ausführlich beschrieben ist, wird hier nur kurz auf die Partitionierung eingegangen. Durch unachtsame Eingaben während der Partitionierung können Datenverluste vorkommen. Hat das Installationsprogramm den Partitionierer geladen, kann die Festplatte neu aufgeteilt werden. Jetzt wird die oben angefertigte Liste der Windows-Partitionen benötigt. Drei Möglichkeiten werden vorgeschlagen:

  1. automatische Verkleinerung einer geeigneten Partition, um Platz für Ubuntu zu schaffen
  2. die gesamte Festplatte wird für Ubuntu verwendet. Bereits vorhandene Partitionen gehen dabei verloren!
  3. Manuelle Eingabe der gewünschten Partitionen (wenn man sich damit auskennt)

Tipps zur Partitionierung: http://wiki.ubuntuusers.de/Partitionierung


Erst nach dem Abschluss der Eingaben wird die Festplatte verändert. Ubuntu gibt einen deutlichen Hinweis aus, wann das erfolgt. Bis dahin kann die Installation abgebrochen werden.
Eine Änderung der Partitionen ist später, nach einer Einarbeitung in Linux/Ubuntu, leicht möglich.
Die weitere Installation erfolgt nach einer kurzen Abfrage, wohin der Bootloader kommen soll, automatisch.
Ist die automatische Konfiguration des Netzwerkes mit DHCP (erledigt meist der Router) erfolgreich, werden schon einige Updates aus dem Internet abgeholt.
Zum Abschluss wird das System automatisch eingerichtet und die Installation abgeschlossen.
http://wiki.ubuntuusers.de/Ubuntu_Installation

Wie geht es weiter

Wenn die Installation abgeschlossen ist, startet der PC neu und bietet beim Start eine Auswahl an, ob man mit dem bisherigen Betriebssystem oder mit dem neuen Ubuntu starten möchte.
Wenn der PC mit einem Router, der über DHCP alle PCs im Heimnetz konfiguriert, verbunden ist, kann man sofort im Internet surfen.
Wenn kein Router vorhanden ist, kann man jetzt das Netzwerk konfigurieren.
Für DSL ist das hier beschrieben (vorher ausdrucken, das Internet ist noch nicht erreichbar):
http://wiki.ubuntuusers.de/DSL_ohne_Router
Ubuntu hat eine Vorauswahl an Software getroffen, die für viele Benutzer ausreichend ist.
Über zusätzliche Software kann man sich im Wiki informieren: http://wiki.ubuntuusers.de/

Die Installation neuer Software erfolgt über das Programm 'Synaptic'. Damit wird Installation und Deinstallation von Programmen zum Kinderspiel.
http://wiki.ubuntuusers.de/Synaptic
Eine leicht bedienbare Oberfläche zur Installation von Programmen ist unter dem Menupunkt:
Anwendungen->Software-Center
zu finden.
Die gesamte für Ubuntu verfügbare Software wird von Ubuntu intern verwaltet. Dafür gibt es verschiedenste Programme, die alle auf die gleiche Datenbank zugreifen. Hier sind nur diese zwei Möglichkeiten angeben.
Die Software, die über Synaptic installiert werden kann, umfasst (fast) die gesamte für Ubuntu verfügbare Software (über 30.000 Pakete). Der Download ist nach strengen Regeln geprüft und es gibt keine Möglichkeit, über die Downloads mit Synaptic Viren oder Trojaner zu bekommen, wenn Voreinstellungen nicht geändert werden.
Für Umsteiger von Windows ist dieses Verfahren neu. In Windows ist es üblich, sich aus allen möglichen, und meist ungeprüften, Quellen zusätzliche Software zu beschaffen und zu installieren. Viren und Trojaner können sich daher über Windows relativ leicht verbreiten.

Zum Abschluss noch einiges über Programme, die in der Ubuntu-Desktop-Installation nicht enthalten sind:
Es fehlt ein 'Defragmentierer' für die Festplatte. Linux Filesysteme arbeiten wesentlich effizienter als die Filesysteme des bisherigen PCs.

Es wird kein Virenscanner installiert, weil er unter Ubuntu/Linux überflüssig ist. Nur wenn man Dateien mit Windows austauscht oder E-Mail-Anhänge auf Windows-Viren absuchen möchte, kann man einen Virenscanner nachinstallieren. Für Ubuntu selbst hat er keine Bedeutung.

http://wiki.ubuntuusers.de/Sicherheitskonzepte
Es fehlt eine sogenannte Personal-Firewall, weil diese in der Desktop-Installation nicht benötigt wird.

http://wiki.ubuntuusers.de/Personal_Firewalls


Der Ubuntu-Desktop hat nach der Installation eine sichere Grundeinstellung.


Übersicht über Ubuntu und Sicherheit:
http://wiki.ubuntuusers.de/Sicherheitskonzepte http://wiki.ubuntuusers.de/Sicherheits_1x1


Viel Freude mit Ubuntu!
Richard